Die Nebengebäude


Schon immer gehörten ausgedehnte Ländereien und Nebengebäude zum Schlossanwesen. Der landwirtschaftliche Betrieb bildete die Lebensgrundlage des Schlossherrn
und seiner Familie. Natürlich bewirtschafte er sein Land nicht selber. Dafür hatte er meist einen Verwalter und Leibeigene (Twingherrschaft). Später, als die Leibeigenschaften
aufgehoben wurden, waren es Pächter die gegen Zinsen sein Land bestellten. Den Reichtum des Schlossherrn hängte also direkt vom Ertrag der Ländereien ab,
entsprechend wurden die Leibeigenen (später Pächter) ausgebeutet. Leibeigene mussten ausserdem Fronarbeiten bei Umbauten oder Reparaturen am Schloss leisten.
Zog der Schlossherr in den Krieg, mussten ein Teil seiner Leibeigenen als Fussvolk auch mit. Im Gegenzug hatte der Schlossherr für die Sicherheit, Recht und Ordnung seiner Leute zu sorgen.
Dazu hatte er die Gerichtsbarkeit, musste also Recht sprechen und die Urteile auch vollstrecken lassen.
Starb ein Schlossherr teilten seine Erben das Land neu auf. Durch geschicktes Heiraten versuchten die Schlossherren zudem zu neuen Ländereien zu kommen. So wechselten
die Herren auf dem Schloss meist alle paar Jahre, meistens aber blieb das Schloss im Besitz der Familie. Das Rodel mit den entsprechenden Einträgen der
Handänderungen umfasst schon viele Seiten und führt einige Jahrhunderte in die Vergangenheit. Es ist als Original, im Staatsarchiv, erhalten geblieben.



Lageplan der Gebäude die noch bis ca.1970 zum Schlossanwesen gehörten.



Natürlich gab es noch mehr Bauten die zum Schloss gehörten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde viel gebaut, wieder abgerissen oder umgebaut. Einige verkauft,
andere dazu gekauft.


Links:der Stadtbach mit der Mühle und Mühlestock.Nach 1971 abgebrochen--------- Rechts: die Blunier-Scheune, erbaut im 18.Jahrhundert, Foto um 1970



Zum Ende der Blunier-Scheune kann Doris Bussmann Interessantes berichten:
"Als ich 15 Jahre alt war, brannte die Blunier-Scheune. Das Feuer war ausgebrochen, als einige Kinder verbotenerweise im Heustock mit Feuer spielten. Ein Antiquar namens Baumann hatte
im Wohnteil seine Antiquitäten eingestellt, welche wir wegzutragen halfen, um sie vor dem Löschwasser zu retten... Die Blunier-Scheune brannte am Ostersonntag 1981, worauf sie noch einige
Jahre als halbe abgedeckte Brandruine stehen blieb,bis sie dem Erdboden gleichgemacht wurde."

Doris Bussmann-von Wurstemberger ist 1966 im Neuen Schloss Bümpliz geboren und aufgewachsen.



Das Kleine Schlössli, auch Tscharnerhaus genannt in den 1970er Jahren abgebrochen.

Quelle: Bilder aus "Das Alte Schloss Bümpliz", Werner Meyer, Jahanna Strübin Rindisbacher



Das Stöckli, erbaut nach dem Neuen Schloss und bis heute erhalten geblieben.









Der Zerfall und die Rettung

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Last updated: 12.März 2012


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